R_Init: Init DOOM refresh daemon......
Projekt Hörsturz, Runde 44

Und da sind wir wieder beim Projekt Hörsturz. Dieses Mal eine normale, aber für meine Begriffe ziemlich gute Runde. Viel hörenswertes Zeugs dabei - das sollte ich noch einmal genießen, bevor es nächstes Mal zu den “Guilty Pleasures” geht und wenn ich sehe, was da bislang eingereicht wurde, kommt mir schonmal das kalte Grauen. Here we go:

Pflichtsongs

De Drangdüwels - Överfahrt

(von Michael) SRSLY? Kein Kommentar. 0/10

Opeth - Burden

(von Tenza) Opeth! Eine der wenigen Metalbands, die gleichzeitig technisch versiert und kreativ sind. Hab mich leider bisher viel zu wenig mit ihnen auseinandergesetzt. Mein Lieblingsalbum von ihnen ist “Blackwater Park” mit den vielen Wechseln von bösem Gegrowle zu ruhigen Akustikpassagen. Diese Abwechslung fehlt mir hier ein bisschen. Trotzdem nett. 7/10

Q and not U - Soft Pyramids

(von Kristin) Q and not U: Qatar, Qigong, Al-Qaida… so orientalisch klingt’s hier aber doch nicht, eher nach leicht angeelektrotem Indiepop à la The Postal Service. Hübsch! 7/10

The Naked And Famous - All Of This

(von Freddi) Das Synth-Schlagzeug klingt am Anfang original wie “Take on Me” von A-ha. Mehr fällt mir dazu leider gerade nicht ein. Einigen wir uns auf unentschieden? 6/10

Middle Class Rut - New Low

(von LemonHead) Der Zitronenkopf ist immer wieder für eine Überraschung gut! Seit Alice in Chains stehe ich ja auf durchgehende Doppelgesänge und auch der Song ist echt smooth. Letztlich hätte er noch einen fetzigen Refrain vertragen können, so klingt’s ein wenig, als wäre er auf der Bridge hängengeblieben. Unabhängig von der Wertung liebe ich das Musikvideo. Erinnert mich an letztes Jahr, als ich mit nem Mietwagen u.a. durch Arizona gefahren bin. Da hat man wirklich solche Bilder im Kopf. 8/10

Alestorm - Keelhauled

(von Graval) Klingt ja wie De Drangdüwels! …with a bottle of rum and a no-no go. Ich werde nie die Motivation von diesen monothematischen Metalbands verstehen, -zigmal dasselbe Lied in minimaler Variation zu spielen und sich dabei cosplay-artig zum Affen zu machen. Ob das jetzt diese Mittelalterbands wie In Extremo sind oder hier Piraten. Haben Running Wild nicht mal genau dasselbe gemacht? Reichen die nicht? Ach so, zur Musik: Der Refrain ist ganz witzig und ich kann mir richtig vorstellen, wie hunderte 15jähriger sich auf Wacken o.ä. dazu ihre seit drei Tagen ungeduschten Haare und Achselhöhlen gegenseitig ins Gesicht moshen. Arrrrr! 2/10

Coheed And Cambria - A Favor House Atlantic

(von Konna) Ja, das ist ein Klassiker. Co&Ca fand ich mal echt gut, aber mit der Zeit wurde mir das Gefiedel zu selbstverliebt. Abgeschlossen habe ich mit ihnen nach einem Konzert, wo wirklich jeder Furz von Claudio Sanchez für einen Schweinepreis an dem Merch vertickt wurde. Da fragt man sich schon, für wen die sich eigentlich halten. Unabhängig davon stammt dieser Track aus einer guten Zeit und ich vergebe nostalgisch verfärbte 10/10

A Backward Glance On A Travel Road - Regular Barbary

(von beetFreeQ) Der beetFreeQ, jedes Mal wieder die bange Frage: Genie oder Wahnsinn? Im Idealfall natürlich beides, so wie hier - das ist mal echt sick. Die Sprachsamples hätte es jetzt nicht gebraucht, aber der Rest ist einfach spitze. Wie fast immer bei beetFreeQ eher patchworkartig zusammengestrickt, aber mit prima Einzelteilen. Vieles an dem Lied erinnert mich übrigens irgendwie an Anathema. 9/10

And So I Watch You From Afar - Set Guitars To Kill

(von Khitos) Ein Quiz, das mir schon länger im Kopf herumschwirrt: “Post-Rock-Bandname oder Emokindergedichtzeile”? Spaß beiseite, geht gut ab hier. Endlich mal eine Post-Rock-Band, die sich nicht auf dieses enervierende zehnminütige Laut-Leise-Spiel einlässt und damit genauso klingt wie alle anderen Post-Rock-Bands auch, sondern offenbar davon genauso genervt ist und einfach mal auf die Fresse haut. Und die anders als diese shoegazing Weicheier sogar Spaß daran hat. Und auch noch abwechslungsreich ist - wie super ist denn die Stelle ab 3:45 und das Finale? Da fackel ich nicht länger rum, vergebe volle Punktzahl und mache mich auf die Suche nach mehr. 10/10

Sens Unik - Charlie

(von maloney8032) Lustig wie die Sängerin immer “Schorlie” singt. Ansonsten kann ich dem ganzen nicht viel abgewinnen. 3/10

Bonussongs

Blur - Hey Magpie

(von Mars) Ich bin ja schon immer begeistert, wenn jemand ein anderes Lied von Blur kennt als “Song 2”. Traurig, wie eine so großartige Band immer auf dieses hohle, durchschnittliche Lied reduziert wird. Dafür gibt es schonmal Punkte, das ist die gute Nachricht. Für diesen schlimmen Remix, den ich erstmal recherchieren musste, leider nicht. Man kann “Magpie” gerade noch so identifizieren, aber dieses “Shake yo booty”-Ragga-Gestammel geht mal gar nicht. Alles aufaddiert und mit viel Großzügigkeit komme ich auf 4/10

In Extremo - Zauberspruch No. VII

(von cimddwc) Ha, oben hab ich sie noch erwähnt, schon stehen sie bereit. Hatten wir die nicht letztens erst? Und analog zu Alestorm dudelt hier ewig der Dudelsack, ewig rollt der Sänger das R zu wirren Texten mit pathetischem, altbackenem Wording und ewig werden auf Mittelaltermärkten übergewichtige Frauen in “Gewandung” die rotgefärbten Haaren zu diesem Schrott wedeln. (Fun Fact: diesen Satz hatte ich geschrieben, bevor ich mir das Lied anhörte und ich hatte recht. Fun Fact 2: Auch den Fun Fact-Satz hatte ich geschrieben, bevor… etc.) 0/10

John Grant - Sigourney Weaver (Strongroom Session)

(von JuliaL49) Der Text ist recht originell, hat es aber schwer, bei mir zu punkten - schließlich hat mein Lieblingssänger Rob Crow bereits alle wichtigen Banalitäten von WoW-Leveling, Schneeballschlachten bis zu toten Goldfischen abgedeckt. Ansonsten recht pathetisch und eher lahm. Überzeugt mich nicht. 4/10

Malcolm Shuttleworth - Imagine

(von Sorkin) Oh nee… dieses nervige Hippielied mochte ich noch nie. Wie wichtig und weltbewegend sich immer alle vorkommen, sobald sie diese Melodie trällern dürfen. So auch hier. Ein Punkt für die Lionel Richie-Gedächtnisstimme. 1/10

The Gaslight Anthem - The ‘59 Sound

(von Dr. Borstel) Das ist auch so eine Band, die jeder gut findet und die an mir immer vorbei ging. Das Lied ist aber in der Tat ganz schmissig. Eventuell hör ich mal weiter rein. Der Sänger sieht übrigens aus wie Fler. 8/10

The Rakes - The world was a mess but his hair was perfect

(von Konzertheld) Ach, von diesen ganzen Postpunkbands wurde ich 2005 so zugedudelt, dass ich mich bis heute nicht davon erholt habe. 3/10

  1. initrefreshdaemon posted this
Blog comments powered by Disqus